Wenn das Kind nichts essen will…

Alle Eltern oder Betreuer erleben mal Situationen, in denen das Kind nur lustlos im Essen herumstochert und nicht mehr aufhört zu quengeln. Jede Mahlzeit wird zur Geduldsprobe und zehrt an den Nerven. Sofort macht sich Angst breit, das Kind werde unterversorgt wenn es nicht genug Nahrung zu sich nimmt. Ist diese Sorge wirklich begründet? Und was kann man machen, wenn das Kind wirklich nichts mehr essen möchte?

Grundsätzlich heißt es in solchen Momenten: locker bleiben und geduldig sein – auch wenn es schwer fällt. Natürlich überkommt einen direkt der elterliche „Fütterungs-Instinkt“, isst das Kind nichts oder nur sehr wenig glaubt man ihm das Essen aufzwingen zu müssen. Hauptsache es hat etwas zu sich genommen. Man sollte ein Kind aber niemals zum Essen drängen. Es kann viele Gründe haben warum es nichts zu sich nehmen möchte. Vielleicht brütet es gerade eine Krankheit aus, ist zu müde zum Essen, ist zu abgelenkt von seinem Spielzeug, oder hat einfach schon woanders etwas gegessen und hat keinen Hunger mehr. Im Wesentlichen ist es so, dass jedes Kind einen anderen Appetit hat und sich das auch von Tag zu Tag ändern kann. An einem Tag verdrückt es Unmengen an Essen, an einem anderen Tag isst es nur einen kleinen Happen. Mal scheint die Ernährung eher einseitig, mal wird alles verputzt was auf den Teller kommt. Nur Süßigkeiten scheinen immer zu passen. Es ist nun mal so, dass bei Kindern verschiedene Essensgewohnheiten normal sind. Sie haben keine festen Abläufe verinnerlicht und müssen diese erst noch entwickeln.

Manchmal hilft es mit dem Essen und der Art zu essen ein wenig herum zu experimentieren. Man kann das Kind, anstatt wie gewöhnlich mit einer Gabel, mit einem Löffel essen lassen, oder das Besteck auch mal ganz weglassen. Für Betreuer ist es vielleicht auch hilfreich, mal das gewohnte Essen der Mutter nach zu kochen. Ist das Kind alt genug, kann man es auch in das Kochen miteinbeziehen. Man kann aus Obst und Gemüse auch lustige Figuren formen und so den Spaß am Essen steigern.

Kinder trauen sich oft nicht neue Lebensmittel zu probieren und bleiben lieber bei dem altbekannten. Mit einem kleinen Spiel könnte sich diese Furcht vor unbekanntem Essen überwinden lassen. Verbinden Sie dem Kind doch mal die Augen und lassen sie es Obst und Gemüse durch Riechen, Tasten und auch Schmecken erraten. So kann man sich ganz nebenbei auch an neue Obst- und Gemüsesorten ran tasten.

Manchmal sind Kinder auch einfach nur „kau-faul“, in solchen Fällen stellt ein Joghurt oder ein frischer Smoothie eine nahrhafte Alternative dar.

Generell lohnt es sich dem Kind neues Essen immer wieder anzubieten. Oft sind nämlich mehrere Anläufe nötig, damit es in die Essensgewohnheiten aufgenommen wird. Die Gewöhnungszeiten können hierbei sehr unterschiedlich ausfallen, in jedem Fall lohnt es sich hartnäckig zu bleiben. Irgendwann kommt vielleicht auch der Zeitpunkt an dem das Kind selber zugreift, oder gezielt nach dem Essen fragt. Eltern sollten dennoch vermeiden ein großes Buffet speziell für ihr Kind herzurichten. Sie entscheiden wann und was es zu essen gibt und das Kind wie viel es letztendlich davon essen will. Bauen Sie sich und Ihrem Kind keinen Druck auf mit Parolen wie „Der Teller muss leer werden!“. Lebensmittel als Belohnung, oder deren Entzug zur Bestrafung sollten ebenfalls vermieden werde. So eine Vorgehensweise verändert bei Kindern nur das Verhältnis zum Essen und verzehrt das Bild davon. Vergessen Sie nicht, dass ein gesundes Kind auch essen wird, wenn es wirklich Hunger hat. Nur vielleicht eben nicht die Menge die Sie von ihm fordern.

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