Küsschen & Kosenamen verboten – Das Phänomen peinliche Eltern

Irgendwann werden Mama und Papa ganz einfach peinlich, egal wie cool sie eigentlich sind und was sie auch tun. Das ist der Lauf der Dinge.

Allein Ihre bloße Existenz im falschen Augenblick, kann Ihr Kind dazu bringen am liebsten gänzlich in einem Loch im Boden versinken zu wollen. Aber kein Grund zur Sorge, das ist ein ganz normaler Bestandteil der Entwicklung eines jeden Kindes. Mit wachsender Selbstständigkeit und Einsetzen der Pubertät, kapseln sich Kids langsam von den Eltern ab. Da kann vieles von dem, was ganz lange völlig in Ordnung war, auf einmal total peinlich und absolut uncool sein.

Wir können Sie beruhigen, ausnahmslos ALLE Eltern sind für ihre Kids eine Zeit lang so gar nicht cool und Sie werden mit Sicherheit dann und wann mal hören wie peinlich Sie doch sind, das Abschiedsküsschen gar nicht gehen oder Sie auf keinen Fall ins Zimmer kommen sollen, wenn die Kumpels da sind. Sogar das Lieblingskuscheltier kann plötzlich seinen Premiumplatz im Bett verlieren.

Kleine Vorwarnung: das peinlich-Sein beginnt meistens schon im Grundschulalter. Unsere Kleinen sind nun keine Kleinkinder mehr, aber eben auch noch nicht erwachsen. Es ist eine Phase mit vielen Veränderungen, in der das Dazugehören und die Akzeptanz und Zustimmung von Mitschülern und Freunden eine immense Rolle spielt. Die Orientierung richtet sich hier stark am Umfeld aus, weswegen der Wunsch nach Zugehörigkeit besonders groß ist und eben alles, was nicht „normal“ ist, oder dem Durchschnitt entspricht, unangenehm sein kann.

Wir haben ein paar Tipps für Sie, die Ihnen möglicherweise dabei helfen, zu wissen was Sie tun können und was absolute No-Gos sind:

1. Die Devise lautet: Locker bleiben!

Keine Panik auf der Titanic, alles hat ein Ende und auch die Pubertät, versprochen! Wichtig ist, dass Sie sich bewusst machen, dass es völlig normal ist, dass Ihr Kind sie manchmal peinlich findet und sich Verhaltensweisen zwischen Ihnen in dieser Zeit sehr verändern können. Und vor allem sollten Sie diese Dinge niemals persönlich nehmen. Ihr Kind macht Veränderungen durch, findet heraus wer es eigentlich ist und seine Sicht auf die Dinge verändert sich im Zuge dessen. Es ist in dieser Zeit weder Kind, noch Erwachsener und das ist ein gar nicht so leichter Prozess. Und nicht vergessen: Ihr Kind liebt Sie trotz aller Peinlichkeit immer noch.

2. Küssen und Kuscheln in der Öffentlichkeit sind so dermaßen uncool

Bis vor kurzer Zeit war es noch drin: ein Abschiedsküsschen vor der Schule. Das kann plötzlich äußerst unangenehm für Ihr Kind sein. Kinder wollen selbstständig sein und fühlen sich oft schon wie kleine Erwachsene. Ein Abschiedsküsschen in der Öffentlichkeit bekommen nur kleine Kinder – und das wollen unsere Kids eben nicht mehr sein. Und noch weniger von Freunden und Mitschülern dabei gesehen werden. Kuschelbedürftig sind sie durchaus immer noch, sie sollten aber entscheiden dürfen, wann und wo. Seien Sie nicht traurig, wenn es zum Abschied kein Küsschen oder eine Umarmung gibt und bieten Sie Ihrem Kind dennoch die Möglichkeit von Zuneigung, wann immer es möchte.

3. Bloß keine Kritik in der Öffentlichkeit

Was in Ihren Augen ein lieb gemeinter Ratschlag ist, kann für Ihr Kind Bloßstellung bedeuten. Halten Sie sich mit Kritik, so gut sie auch gemeint ist, zurück. Oftmals kommt sie eh nicht an, weil alles, was Mama und Papa finden, sowieso totaler Schwachsinn ist.

4. Absolut nie, niemals Kosenamen verwenden

Hase, Mäuschen, Mäxchen & Co. gehen auf gar keinen Fall. Auch wenn es schwer fällt, die Kosenamen sind erst einmal Geschichte. Ihr Kind möchte ein selbstständiger Mensch sein und auch hier gilt: Kosenamen sind nur was für Kleinkinder.

5. Es gibt wahrhaftig nichts uncooleres, als eine Mom, die das vergessene Pausenbrot hinterherbringt

Ihr Kind hat sein Pausenbrot liegen lassen? Jetzt bloß nicht hinterherbringen, vor allem nicht ins Klassenzimmer. Ihr Kind wird sicher nicht verhungern und lernt in solchen Situationen, selbst für sich verantwortlich zu sein und auch ohne elterliche Hilfe zurechtzukommen.

6. Niemals peinliche Fragen stellen, wenn Ihr Kind Besuch hat

Was sind denn nun peinliche Fragen? Absolut Jede. Wenn Ihr Kind Besuch hat, halten Sie sich zurück. Verboten sind: jegliche Fragen an die Kumpels über die Family, erzieherische Ratschläge & Co. Wenn es sich nicht vermeiden lässt, ins Zimmer zu marschieren, unbedingt anklopfen! Machen Sie sich um das leibliche Wohl keine Sorgen, Kekse und Milch hochbringen ist super uncool. Die Kids werden sich schon melden, wenn Sie etwas brauchen. Lassen Sie Ihr Kind wissen, dass Sie helfen, wenn etwas ist, aber halten Sie sich auf jeden Fall zurück.

7. Grenzen müssen trotzdem sein

Gelassen sein ist ein Muss, um die Pubertät Ihres Kindes zu überstehen. Entwicklung funktioniert nur, wenn es Freiheiten gibt und ein Kind sich ausprobieren kann. Dennoch sollten Sie Grenzen setzen. Ihr Kind muss wissen, was nicht geht und das sollten Sie auch durchsetzen. Hier ist es wichtig eine Balance zwischen Grenzen und Freiheit zu finden, mit der Sie als Eltern und auch Ihr Kind zurechtkommen.

8. Versuchen Sie ja nicht cool zu sein

Auch, wenn Ihr Kind Sie kritisiert und vielleicht erzählt, wie normal und cool die Eltern von XY sind, versuchen Sie nicht zwanghaft cool zu sein. Seien Sie, wie Sie sind und stehen Sie dazu. Egal, was Sie tun, auch wenn es nur Atmen ist, sogar das kann Ihr Kind schon als peinlich empfinden, da können Eltern machen, was immer sie wollen.

9. Respektvoll sein und Halt geben

Behandeln Sie Ihr Kind mit Respekt und lassen Sie es wissen, dass es bei Ihnen immer Unterstützung findet. Egal, ob Streit mit Freunden, der erste Liebeskummer oder Probleme in der Schule, dann und wann braucht jedes Kind Mama und Papa. Respektieren Sie, dass Ihr Kind sich in vielen Situationen abkapselt, aber geben Sie Ihm jederzeit die Möglichkeit, Unterstützung und Zuspruch und manchmal auch einen guten Rat von Ihnen zu erhalten.

10. Zu guter Letzt: bloß nicht verzagen

Geduld, Geduld, und nochmal Geduld. Am Ende wird alles gut. Und bis dahin: Mit viel Geduld und ein bisschen Humor, geht alles gleich viel leichter.

Comments are closed.